Päuli Borner ist am 4. Mai 1961 in der Reuss ertrunken. Ich war damals einziger Zeuge dieses tragischen Unglücksfall vor 65 Jahren. Manchmal kommt es mir jedoch vor, es sei gestern gewesen.
Nach der Jungwacht-Gruppenstunde, bei der wir mit unserem Leiter Kurt Müller (Coiffeur) Distanzen schätzen übten, durften mein Freund Päuli und ich mit dem Velo ins Lokal zurückfahren. Die restliche Gruppe folgte zu Fuss. Päuli befestigte am hinteren Rahmen mit 2 Wäscheklammern ein Stück Karton, das in die Speichen ragte. Er meinte noch zu mir, jetzt hörst du dann, wie das gut tönt, stieg aufs Velo und raste davon. Ich hinterher.
Die Strasse führte dann über die alte Militärbrücke in der Au. Dabei fuhr er zu weit rechts. Seine Pedalte stiess auf dem Trottoir auf und das Velo überschlug sich. Päuli rutschte unter dem Geländer hindurch und fiel in die Reuss. Er konnte nicht schwimmen. Es gelang ihm jedoch, sich noch etwa 40-50 Meter über Wasser zu halten. Dann verschwand er in den kalten Fluten. Ich rief um Hilfe. Doch die anderen dachten an einen Scherz. Es befanden sich auch mehrere Soldaten in der Nähe, die sich dann sofort zusammen mit unserer Gruppe auf die Suche nach Päuli machten. Leider vergebens. Seine Leiche wurde nach 14 Tagen im Kraftwerk Beznau angeschwemmt.


